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PhysikEin neuer Fußboden auf der Sternwartenplattform und andere schöne Dinge
Seit einigen Tagen kann die Sternwartenplattform der IKS auf dem Dach
des D-Blocks wieder ohne Gefahr für die Fußgelenke benutzt werden: die
Stadt Neumünster hat die alten morschen und teilweise eingebrochenen
Bodenbretter gegen neue wasserfeste Holzplatten auf einem stabilem
Untergerüst austauschen lassen. Dieses und ein wolkenloser Himmel waren
der Anlass für die Physik-AG, am Donnerstag vor Pfingsten die
ausgelagerten Fernrohre wieder in die Dachkammer auf dem D-Block zu
hieven und die neue Sternwarte einzuweihen.
Zuerst bauten wir
mit nostalgischen Gefühlen unser altes Fernrohr auf, ein
Newton-Teleskop mit 15 cm Hauptspiegeldurchmesser und 150 cm
Brennweite, das zusammen mit einem kleinen Linsenfernrohr samt Sucher
auf einer schweren Montierung sitzt. Beides muss mit erheblichem
Kraftaufwand zu jeder Beobachtung auf eine feste Stahlsäule gesetzt
werden. Auch für die Beobachtung selbst ist oft körperlicher Einsatz
nötig, denn Sterne, die hoch am Himmel stehen, kann man nur von einer
Leiter aus beobachten, weil der Einblick am oberen Ende des Rohres
liegt. Immerhin knapp 30 Jahre lang hat dieses Gerät interessierten
Schülerinnen und Schülern in vielen klaren und häufig sehr kalten
Nächten tiefe Einblicke in den Himmel gegeben, wie unser
Beobachtungsbuch dokumentiert.
 Dann kam als Premiere unser neues Fernrohr an dieselbe Stelle. Im
Zusammenhang mit einem Astronomiekurs für hochbegabte Schülerinnen und
Schüler, der seit dem vergangenen Herbst an der IKS durchgeführt wird,
durften wir aus Fördermitteln der Sparkasse Südholstein ein modernes
Amateurteleskop anschaffen, das verglichen mit unserem alten beinahe
zierlich wirkt und trotzdem erheblich mehr leistet. Fast „mit links“
lässt es sich auf die Säule setzen (aber mit einem tragbaren Stativ
auch an jeder anderen Stelle). Es ist kaum 50 cm lang und hat doch eine
Brennweite von 200 cm; dies wird erzielt durch eine raffinierte
Kombination von Spiegeln in seinem Inneren, die nach ihren Erfindern
als Schmidt-Cassegrain-System bezeichnet wird.
Außer der
geringen Rohrlänge hat diese Bauweise den weiteren großen Vorteil, dass
die Einblicköffnung am unteren Ende des Rohres liegt und kaum ihre Höhe
ändert, wenn man das Fernrohr in alle Richtungen schwenkt. So kann man
auf einem Stuhl sitzend beobachten und muss sich nicht auf einer
schwankenden Leiter stehend über das Okular beugen. Zudem ist auch sein
Hauptspiegel größer als bei unserem alten Rohr. Mit 20 cm Durchmesser
sammelt er erheblich mehr Licht ein und zeigt daher auch sehr viel
lichtschwächere Objekte als das Newton-Teleskop.
Das Beste
aber ist der eingebaute Computer, der die Positionierung des Fernrohres
steuert! Wenn man ihn einschaltet, sucht sich das Gerät mit einem
eingebauten Magnetsensor zunächst die Nordrichtung und mit einem
Schwerkraftsensor die Lage des Horizonts. Dann erfragt ein
GPS-Empfänger die Position des Fernrohrs auf der Erdoberfläche und die
exakte Uhrzeit. Nun kennt der Computer die Lage des Fernrohrs zum Rest
des Universums und „weiß“ im Prinzip, welches Objekt am Himmel - 30 000
stecken mit ihren Positionen in seinem Speicher - in welcher Richtung
zu finden ist! Er fordert allerdings zunächst noch den Benutzer auf,
die gefundenen Einstellungen an zwei Fixsternen zu überprüfen. Das
klappte natürlich an vergangenen Donnerstag nicht, denn Fixsterne -
außer dem einen - sind am Taghimmel nicht zu sehen.
Die Venus wollten wir beobachten! Mit bloßem Auge war sie am hellen
Taghimmel nicht auszumachen. Aber nachdem wir „Venus“ als Zielobjekt in
den Computer eingegeben hatten, schnurrten die Schrittmotoren in der
Montierung los, und als sie wieder anhielten, war die Venus im Sucher
als kleines weißes Pünktchen vor blauem Hintergrund zu sehen und ließ
sich schnell ins Fadenkreuz bringen.
Durch das Fernrohr sahen wir dann bei höherer Vergrößerung eine
„Halbvenus“: kein Wunder, denn als Abendstern östlich der Sonne stehend
wird sie zurzeit von der Seite beleuchtet und zeigt sich D-förmig. Lars
ließ es sich nicht nehmen, auch noch unsere neue Webkamera gegen das
Okular auszutauschen und bequem im Schatten sitzend die Venus auf dem
Laptop-Bildschirm zu betrachten. Und, na klar, fotografiert haben wir
sie dann auch gleich.
Vor dreißig Jahren war das alles etwas umständlicher....
Hu
Mondfinsternis
Die Mondfinsternis am 3.3.2007- für uns unsichtbar!
Der
Nachmittag war sonnig und frühlingshaft, bei Sonnenuntergang ging der
Mond planmäßig auf und stieg verheißungsvoll höher, um halb zehn zogen
die ersten Wolken davor und eine halbe Stunde später war die
Wolkendecke über Neumünster geschlossen. Trotzdem fanden sich etwa zehn
Schülerinnen und Schüler, zum Teil begleitet von ihren Eltern, auf dem
Schulhof der IKS ein, um auf ein Wolkenloch zu warten, durch das man
vielleicht doch noch einen kurzen Anblick des verfinsterten Mondes
erwischen könnte.
Die Physiklehrer Stefan Klingmann und Bernd
Huhn hatten schon vier Fernrohre aufgebaut; drei weitere brachten die
Besucher mit. Aber das nützte nichts! Die Webkamera hinter einem
Teleobjektiv, die per Laptop und Beamer ein Großbild des Mondes auf
eine Leinwand werfen sollte, zeigte nur einen wunderbaren Anblick der
gegenüberliegenden Hauswand. Und die Betrachtung der umgebenden
Straßenlaternen per Fernrohr wurde bald langweilig.
So blieb
als eher theoretische Aktion nur ein gar nicht einfaches
Mondfinsternis-Quiz zu lösen, das die beiden Lehrer vorbereitet hatten
und das auch die Eltern vor einige Probleme stellten. Als dann noch ein
winziges Wolkenloch unter großer Anteilnahme aller Beobachter
knapp am Mond vorbeigezogen war, schwand die Hoffnung endgültig und
gegen 23.30 Uhr wurde die Aktion wurde abgebrochen. Vielleicht klappt
es ja beim nächsten Mal!
Bernd Huhn
Das Mofi-Quiz
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