IKS Neumünster > Fachschaften > Physik 13.05.2008    

 

Physik

Ein neuer Fußboden auf der Sternwartenplattform und andere schöne Dinge

Seit einigen Tagen kann die Sternwartenplattform der IKS auf dem Dach des D-Blocks wieder ohne Gefahr für die Fußgelenke benutzt werden: die Stadt Neumünster hat die alten morschen und teilweise eingebrochenen Bodenbretter gegen neue wasserfeste Holzplatten auf einem stabilem Untergerüst austauschen lassen. Dieses und ein wolkenloser Himmel waren der Anlass für die Physik-AG, am Donnerstag vor Pfingsten die ausgelagerten Fernrohre wieder in die Dachkammer auf dem D-Block zu hieven und die neue Sternwarte einzuweihen.

Zuerst bauten wir mit nostalgischen Gefühlen unser altes Fernrohr auf, ein Newton-Teleskop mit 15 cm Hauptspiegeldurchmesser und 150 cm Brennweite, das zusammen mit einem kleinen Linsenfernrohr samt Sucher auf einer schweren Montierung sitzt. Beides muss mit erheblichem Kraftaufwand zu jeder Beobachtung auf eine feste Stahlsäule gesetzt werden. Auch für die Beobachtung selbst ist oft körperlicher Einsatz nötig, denn Sterne, die hoch am Himmel stehen, kann man nur von einer Leiter aus beobachten, weil der Einblick am oberen Ende des Rohres liegt. Immerhin knapp 30 Jahre lang hat dieses Gerät interessierten Schülerinnen und Schülern in vielen klaren und häufig sehr kalten Nächten tiefe Einblicke in den Himmel gegeben, wie unser Beobachtungsbuch dokumentiert.


Dann kam als Premiere unser neues Fernrohr an dieselbe Stelle. Im Zusammenhang mit einem Astronomiekurs für hochbegabte Schülerinnen und Schüler, der seit dem vergangenen Herbst an der IKS durchgeführt wird, durften wir aus Fördermitteln der Sparkasse Südholstein ein modernes Amateurteleskop anschaffen, das verglichen mit unserem alten beinahe zierlich wirkt und trotzdem erheblich mehr leistet. Fast „mit links“ lässt es sich auf die Säule setzen (aber mit einem tragbaren Stativ auch an jeder anderen Stelle). Es ist kaum 50 cm lang und hat doch eine Brennweite von 200 cm; dies wird erzielt durch eine raffinierte Kombination von Spiegeln in seinem Inneren, die nach ihren Erfindern als Schmidt-Cassegrain-System bezeichnet wird.

Außer der geringen Rohrlänge hat diese Bauweise den weiteren großen Vorteil, dass die Einblicköffnung am unteren Ende des Rohres liegt und kaum ihre Höhe ändert, wenn man das Fernrohr in alle Richtungen schwenkt. So kann man auf einem Stuhl sitzend beobachten und muss sich nicht auf einer schwankenden Leiter stehend über das Okular beugen. Zudem ist auch sein Hauptspiegel größer als bei unserem alten Rohr. Mit 20 cm Durchmesser sammelt er erheblich mehr Licht ein und zeigt daher auch sehr viel lichtschwächere Objekte als das Newton-Teleskop.

Das Beste aber ist der eingebaute Computer, der die Positionierung des Fernrohres steuert! Wenn man ihn einschaltet, sucht sich das Gerät mit einem eingebauten Magnetsensor zunächst die Nordrichtung und mit einem Schwerkraftsensor die Lage des Horizonts. Dann erfragt ein GPS-Empfänger die Position des Fernrohrs auf der Erdoberfläche und die exakte Uhrzeit. Nun kennt der Computer die Lage des Fernrohrs zum Rest des Universums und „weiß“ im Prinzip, welches Objekt am Himmel - 30 000 stecken mit ihren Positionen in seinem Speicher - in welcher Richtung zu finden ist! Er fordert allerdings zunächst noch den Benutzer auf, die gefundenen Einstellungen an zwei Fixsternen zu überprüfen. Das klappte natürlich an vergangenen Donnerstag nicht, denn Fixsterne - außer dem einen - sind am Taghimmel nicht zu sehen.

Die Venus wollten wir beobachten! Mit bloßem Auge war sie am hellen Taghimmel nicht auszumachen. Aber nachdem wir „Venus“ als Zielobjekt in den Computer eingegeben hatten, schnurrten die Schrittmotoren in der Montierung los, und als sie wieder anhielten, war die Venus im Sucher als kleines weißes Pünktchen vor blauem Hintergrund zu sehen und ließ sich schnell ins Fadenkreuz bringen.
Durch das Fernrohr sahen wir dann bei höherer Vergrößerung eine „Halbvenus“: kein Wunder, denn als Abendstern östlich der Sonne stehend wird sie zurzeit von der Seite beleuchtet und zeigt sich D-förmig. Lars ließ es sich nicht nehmen, auch noch unsere neue Webkamera gegen das Okular auszutauschen und bequem im Schatten sitzend die Venus auf dem Laptop-Bildschirm zu betrachten. Und, na klar, fotografiert haben wir sie dann auch gleich.

Vor dreißig Jahren war das alles etwas umständlicher....

Hu

Mondfinsternis

mofi1Die Mondfinsternis am 3.3.2007- für uns unsichtbar!

Der Nachmittag war sonnig und frühlingshaft, bei Sonnenuntergang ging der Mond planmäßig auf und stieg verheißungsvoll höher, um halb zehn zogen die ersten Wolken davor und eine halbe Stunde später war die Wolkendecke über Neumünster geschlossen. Trotzdem fanden sich etwa zehn Schülerinnen und Schüler, zum Teil begleitet von ihren Eltern, auf dem Schulhof der IKS ein, um auf ein Wolkenloch zu warten, durch das man vielleicht doch noch einen kurzen Anblick des verfinsterten Mondes erwischen könnte.

Die Physiklehrer Stefan Klingmann und Bernd Huhn hatten schon vier Fernrohre aufgebaut; drei weitere brachten die Besucher mit. Aber das nützte nichts! Die Webkamera hinter einem Teleobjektiv, die per Laptop und Beamer ein Großbild des Mondes auf eine Leinwand werfen sollte, zeigte nur einen wunderbaren Anblick der gegenüberliegenden Hauswand. Und die Betrachtung der umgebenden Straßenlaternen per Fernrohr wurde bald langweilig.

So blieb als eher theoretische Aktion nur ein gar nicht einfaches Mondfinsternis-Quiz zu lösen, das die beiden Lehrer vorbereitet hatten und das auch die Eltern vor einige Probleme stellten. Als dann noch ein winziges Wolkenloch unter großer Anteilnahme aller
Beobachter knapp am Mond vorbeigezogen war, schwand die Hoffnung endgültig und gegen 23.30 Uhr wurde die Aktion wurde abgebrochen. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal!

Bernd Huhn

Das Mofi-Quiz


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