Der 11.September "Am ersten Tag, als ich von dieser Sache hörte - meine Gastmutter berichtete mir davon - habe ich es gar nicht richtig registrieren können. Erst einen Tag später erschien mir die Tragödie wie ein Film, wie eine große Illusion. Ich konnte einfach nicht richtig begreifen, was passiert war, es kam mir alles vor wie ein großer Witz ... Von diesem Tag an habe ich mir die Nachrichten auf CNN täglich nach der Schule angesehen. Als wir schließlich an einein Tag in der Schule darüber sprachen, musste ich weinen. Ich fühlte mich so hilflos; ich war in einem fremden Land ohne Familie und ohne gute Freude. Ich empfand Trauer für die Menschen, die dieses schreckliche Attentat durchleben mussten und die, die es mit ansehen mussten. Einige Tage später hatte ich die Befürchtung, dass ein Krieg .anfangen könnte – ich hatte Angst, ob ich dann sofort wieder nach Amerika gehen müsste, aufgrund der Sicherheit meiner Austauschorganisationen oder derartiges. Ich war in den ersten zwei Wochen wirklich sehr unsicher, ob ich tatsächlich 10½ Monate in Deutschland bleiben würde. In meinen Augen ist der Krieg gegen Afghanistan genauso sinnlos wie der Angriff auf New York. Sie denken, wenn sie viele "Böse Menschen" töten, dann könnten sie etwas erreichen. Aber wenn sie versuchen würden, die Situation der anderen zu verstehen, wäre das ein großer Fortschritt. So eine Reaktion finde ich toll."
|