Die neuen Wandbilder
Gesehen haben sie bestimmt schon alle: die neuen Wandbilder in der Schule. Aber wie der Grundkurs Kunst des 12. Jahrgangs auf die Ideen für die Motive gekommen ist, und wie die Arbeit daran verlief, weiß sicherlich kaum jemand. Deswegen hat sich ProvoKant X mal umgehört und die „Künstler“ und ihre Werken genauer unter die Lupe genommen. Unseren kleinen Rundgang beginnen wir bei der Arbeit von Selina und Martina, die an der Wand des Aufenthaltsraumes vor dem Erdkunde-Aufgang ein Motiv der „Sendung mit der Maus“ umgesetzt haben. Auf die Idee kamen sie, weil sie ein ähnliches Bild gesehen hatten und sich dachten, das Bild könne Fröhlichkeit und gute Laune an einer Wand vermitteln. „Außerdem passt das Motiv in diesen Trakt, da es an Musik anlehnt (die Figuren spielen Musikinstrumente, Anm. d. Red.) und der Musikraum in diesem Aufgang ist.“ Im gleichen Raum haben auch Anna, Mirja K., Niina, Hanna und Milena gearbeitet. Sie haben gegenüber in der „Zelle“ das Panorama eines Nordseestrandes auf die Wand gemalt. Der Einfall mit dem Strand kam von Mirja, die anderen haben dann ein paar typische Elemente ergänzt. Um mit der Arbeit erstmal beginnen zu können, musste die Gruppe die Bänke im Raum abmontieren, damit auch die Wand dahinter grundiert und angemalt werden konnte. - Selbst ist die Frau! - Kompromisse mussten die fünf kaum eingehen. Ursprünglich waren Sprüche über dem Meer auf dem gesamten Bild verteilt geplant, aber die Gruppe hat sie auf ein Gedicht von Christian Morgenstern rechts im Bild und zwei Sprüche an den Seitenwänden reduziert. Einen Aufgang weiter befinden wir uns im B-Trakt, wo uns das Werk von Falk und Martin erwartet. Bei den dargestellten Treppen, die unsystematisch durchs Bild laufen, handelt es sich um eine Vereinfachung einer Lithographie von Escher. Damit wollten die beiden den Eindruck vermitteln, die richtigen Treppen zu den Klassenräumen liefen weiter ins Bild hinein. Ein paar Probleme mussten auch die zwei bewältigen: „Es stellte sich als schwierig heraus, den Projektor so aufzubauen, dass die Umrisse des Bildes auf die Wand geworfen wurden. Außerdem war der Aufgang der 5. Klassen in den Pausen ziemlich unruhig.“ Trotzdem hatten die beiden aber Spaß daran, das Wandbild zu malen. Geht man die Treppe noch einen Stock höher, findet man hier das Motiv einer Frau im Stil der Anime- bzw. Mangas, gemalt von Stephan, Ingo und Iris. Die Nachtszene mit großem Mond im Hintergrund ist aus Ingos Fantasie entstanden. Die Zusammenarbeit unter den dreien klappte prima, deswegen mussten auch keine Kompromisse eingegangen werden. Wohl aber mit Frau Putensen bzw. Herrn Rahn, die das Bild im Entwurf für zu dunkel hielten, weshalb sie die Berge noch heller tönten. Auf dem Weg durch die Schule kommen wir dann in den C-Trakt. Svea, Carina, Mirja C. und Christiane haben hier bunte Figuren im Stil von Keith Haring auf gelbem Hintergrund realisiert. Auf allen vier Wänden sitzen, stehen und liegen die Männchen, die sich auch an die Gegebenheiten des Raumes anpassen. „Der Raum war vorher zu steril und schmutzig. Wir wollten ein bisschen Abwechslung hineinbringen und den Raum fröhlich gestalten, da sich in den Pausen viele Leute darin aufhalten.“ Und wie ist die Umsetzung zu viert gelungen? –„ Das erste Motiv ist gleich geglückt, wir haben uns abgesprochen und gut zusammengearbeitet.“ Das letzte Bild auf unserem Rundgang findet sich hinter der Tafel im Werkraum wieder. Jo Ann und Simone haben hier das Motiv dreier Engel gezeichnet, mit dem sie Freude vermitteln wollen und gleichzeitig den Kunsttrakt mit einbeziehen. Das Motiv sagt beiden zu, da sie ein Faible für Engel teilen. Trotzdem sind sie nicht vollständig zufrieden mit dem Projekt, da sie lange planen mussten. Außerdem wurde die Zusammenarbeit durch Krankheit zeitweise erschwert, wodurch sie auch nachmittags das Bild fertig malen mussten. Ähnlich wie den beiden erging es gegen Ende des Halbjahres einigen Gruppen, da die Vorbereitung (Idee und Entwurf) letztendlich als komplizierter erwies als das Umsetzen. So durften keine Klotüren, Decken oder Fassaden bemalt werden, wie es geplant und in Skizzen und Entwürfen ausgearbeitet war. – Der Geist war willig doch die Wand eher rar! – Das Säubern, Grundieren, Projizieren und Nachzeichnen des Motivs sowie dessen Vollendung durch farbliche Gestaltung nahm schließlich nur noch vier bis sechs Doppelstunden und einige bekleckste Hemden, Hosen und Schüler in Anspruch. Insgesamt hat der Kunstkurs des 12. Jahrgangs bei Frau Putensen ein gesamtes Halbjahr den Wandbildern widmet, und alles gegeben – sogar die ohnehin knapp bemessene Freizeit – um der Schule auf diesem Wege etwas mehr „Leben“ einzuhauchen. Das ist ihnen gelungen, wie wir meinen! Iris Meyer & Milena Grünewald
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